250. Geburtstag von Bischof Keller

Portrait Bischof Keller

Sein rundes Jubiläum und sein bewegtes Leben sollte nicht übergangen werden: Vor 250 Jahren wurde der erste Bischof der Diözese Rottenburg, Johann Baptist Keller, geboren. Seine außerordentliche Karriere begann, als er 1808 vom württembergischen König zum Stadtpfarrer von Stuttgart und zum Mitglied des staatlichen Kirchenrats berufen wurde. In der langen Gründungsphase der Diözese Rottenburg war Keller als Vertrauter und Diplomat des Königs zu Verhandlungen in Rom und Paris. 1816 wurde er zum stellvertretenden Generalvikar in Württemberg und im selben Jahr von Papst Pius VII. in Rom zum Bischof geweiht. Im Jahr darauf zog er als Generalvikar nach Rottenburg. 1828 wurde er schließlich zum ersten Bischof der neu gegründeten Diözese ernannt, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1845 leitete.

Keller hat in seiner Amtsführung als Generalvikar und danach als Bischof zwar zahlreiche handschriftliche Dokumente in den Amtsakten des Diözesanarchivs hinterlassen, doch einen eigentlichen Nachlass sucht man vergeblich. Es ist wohl eher einem Zufall zu verdanken, dass sich in seiner dünnen Personalakte immerhin ein schmaler, fadengehefteter Faszikel mit wenigen persönlichen Schreiben erhalten hat. Die überwiegend italienisch-sprachigen Dokumente entstanden im Kontext seiner Bischofsweihe in Rom. Unter ihnen befindet sich eine handgeschriebene Liste der Kardinäle und ihrer Wohnsitze in Rom, das Who‘s who der vatikanischen Elite sozusagen. Sie diente möglicherweise der Orientierung Kellers für schriftliche oder persönliche Kontakte, vielleicht handelt es sich auch um die Liste der einzuladenden Gäste bei der Bischofsweihe. Sie trägt illustre Namen: Ganz oben steht Annibale Della Genga, der 1823 zu Papst Leo XII. wurde. An der siebten Stelle findet sich Ercole Consalvi, der damals als Kardinalstaatssekretär und Chefdiplomat für den Vatikan die Verhandlungen auf dem Wiener Kongress führte und dem eine zentrale Rolle bei der Gründung der Diözese Rottenburg zukam. Als seine Wohn-Adresse ist der Papstpalast angegeben.

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